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Widerstand

Oui. C'est possible.

Für manche Beobachter teils überraschende und teils umfangreiche weitere Zugeständnisse machte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron der Protestbewegung in seiner gestrigen TV-Ansprache.* Ob sich die Protestbewegung damit schon zufrieden gibt, wird sich aber erst zeigen.

Didi Zach, Landessprecher der KPÖ-Wien und Mitglied des Bundesvorstands der KPÖ: "Das französische Beispiel zeigt uns eindrucksvoll wie schnell Ohnmacht und Lethargie in Aktivismus umschlagen kann, der politisch wirkmächtig wird."

Die Situation in Österreich ist zwar nicht mit jener in Frankreich vergleichbar. Doch zugleich, so Zach, "sollten sich die Führung des ÖGB und die hunderttausenden unzufriedenen ÖGB-Mitglieder von Frankreich inspirieren und motivieren lassen. Vieles was heute unrealistisch erscheint, ist möglich, sobald Erwerbstätige, Arbeitslose, junge Menschen und Pensionistinnen sich gemeinsam und konsequent gegen die Politik des sozialen Kahlschlags im Interesse einer kleinen Zahl von Euro-Milliardären verwehren. Mehr denn je gilt im Dezember 2018 die Feststellung `Wer kämpft kann verlieren. Wer nicht kämpft hat schon verloren'."

Ps.: Neben der vorläufigen Rücknahme div. Teuerungen hat Macron gestern u.a. die Erhöhung des Mindestlohns um 6,6 Prozent (auf rund 1.600 Euro bei einer 35 Stunden Woche) sowie Entlastungen für PensionistInnen angekündigt.

* https://orf.at/stories/3103808/

Genossin Maria Musial starb am 2.April im 93. Lebensjahr

Die gelernte Friseuse Maria Musial leistete gemeinsam mit ihrem Mann unter dem Naziregime antifaschistische Widerstandsarbeit und wurde zu 6 Jahren und ihr Mann Ernst zu 12 Jahren Zuchthaus verurteilt.

Nach der Befreiung und einigen Jahren glücklichen Familienlebens mußte Mizzi schwere Schicksalsschläge hinnehmen. Ihr Mann Ernst erkrankte schwer und mußte 18 Jahre von ihr gepflegt werden und 2010 starb ihre Tochter Christa.

Trotz alledem, solange es ihr gesundheitlich möglich war, nahm sie an Aktivitäten der KPÖ-Favoriten teil und unterstützte den KZ-Verband, um das Andenken an die Opfer des Faschismus wach zu halten.

Leopoldine SICKA

Sicka kam aus einer sozialdemokratischen Familie, besuchte die Grundschule in Wien Favoriten und arbeitete danach als Hilfsarbeiterin, später Monteurin. Sie war Jugendführerin und Funktionärin des KJV im 10., 11. und 12. Wiener Gemeindebezirk.

Sicka gehörte zur Gruppe „Soldatenrat“, die die von ihnen entworfene „Rußlandkarte“ an tausende Soldaten verschickte. Darin wird sehr einfach dem Betrachter vor Augen geführt, daß Hitler den Krieg gegen die Sowjetunion nicht gewinnen kann.

Am 5.6.1942 wurde Sicka verhaftet und blieb bis Oktober 1943 in den Kerkern des Wiener Gestapohauptquartiers am Morzinplatz.

Am 10.10.1943 zum Tode verurteilt, wurde sie, die 19jährige (!), im Wiener Landesgericht geköpft. Aus der Haft schmuggelte sie Grüße an ihre Verwandten und Kassiber, in denen sie ihre Hoffnung mitteilt, mit einer Zuchthausstrafe davonzukommen.

An ihrem Wohnhaus in Wien 10, Quellenstraße 33 ist eine Gedenktafel angebracht.

Text: Alfred Klahr Gesellschaft Foto: KPÖ-Archiv